Omega-3-Index und Fettsäureprofil als Entzündungsmarker

Die Fettsäuren der Erythrozytenmembran spiegeln die Versorgung über einen Zeitraum von etwa 3-4 Monaten wieder. Die Fettsäurezusammensetzung in den roten Blutkörperchen kann daher für die Kontrolle nachhaltiger Veränderungen und die Bewertung des langfristigen Risikos für bestimmte Krankheiten herangezogen werden. Als Risikofaktor wird dazu der Omega-3 Index bestimmt. Dieser erfasst den Gehalt an EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure) der Erythrozyten als prozentualen Anteil an den dominierenden Fettsäuren (>95 %).

Aktuellen Studien zufolge tragen EPA und DHA positiv zur Prävention und Behandlung von Herzerkrankungen bei. Der kardioprotektive Zielwert für EPA+DHA liegt bei >8.0 %. Werte unter 4 % gelten als kardiovaskulärer Risikofaktor.1 Der Omega-3-Index kann durch Verzehr von Kaltwasserfischen und Fischölkapseln erhöht werden. Die alleinige Supplementierung mit pflanzlicher Alpha-Linolensäure ist aufgrund geringer endogener Umwandlung zu EPA und DHA nicht ausreichend.2 Bei Schwangeren wird die Supplementation von DHA zur Unterstützung der Hirnentwicklung des Fetus von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) ausdrücklich empfohlen.3

Als Marker für die Entzündungsneigung kann außerdem das AA/EPA-Verhältnis (Arachidonsäure/Eicosapentaensäure) bzw. das Verhältnis von Omega-6/-3-Fettsäuren herangezogen werden. AA (Omega-6-Fettsäure) ist Ausgangssubstanz für entzündungsfördernde Botenstoffe, während die aus EPA (Omega-3-Fettsäure) gebildeten Mediatoren die Entstehung einer Entzündung hemmen. Daher wird abhängig von dem individuellen Gesundheitszustand ein möglichst niedriger Quotient angestrebt.4 5

[17]

Verbraucherservice Bayern im KDFB e.V., Ernährung, Omega-3-Fettsäuren unter der Lupe, 02.09.2024.

[16]

Volker Schmiedel, Omega-3 und stille Entzündungen, 2018, MVS Medizinverlage Stuttgart GmbH & Co. KG Stuttgart, New York.

[15]

DGE; Handlungsempfehlungen – Ernährung in der Schwangerschaft; Zugriff zuletzt 15.08.2025

 

[14]

Plourde M., Stephen C.C. 2007, Extremely limited synthesis of long chain polyunsaturates in adults: implications for their dietary essentiality and use as supplements. Applied Physiology, Nutrition, and Metabolism. 32(4): 619-634. https://doi.org/10.1139/H07-034

[13]

Harris W. S., von Schacky C. 2004, The Omega-3 Index: a new risk facto for death from coronary heart disease?, Preventive Medicine, 39(1): 212-220. https://doi.org/10.1016/j.ypmed.2004.02.030

[4]

Vgl. API und DGfI (10/2017): Leitlinie „Diagnostik auf Vorliegen eines primären Immundefekts“- Abklärung von Infektionsanfälligkeit, Immundysregulation und weiteren Symptomen von primären Immundefekten -. Langversion 10/2017. AWMF-Register-Nr. 112-001.

Verfügbar: www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/112-001.html 
(Zugriff am 01.06.2022).

[10]

Töpfner, N., et al., [Recommendation for standardized medical care for children and adolescents with long COVID]. Monatsschr Kinderheilkd, 2022. 170(6): p. 539-547

[9]

S1-Leitlinie Post-COVID/Long-COVID (Stand 17.08.2022, AWMF-Register Nr. 020/027)

Verfügbar: https://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/020-027.html
(Zugriff am 17.10.2022)

[8]

Dr. Sebastian Pfeiffer, „Vortrag in Bad Oeynhausen im April 2013 zum Thema: Immunologische Diagnostik bei Burn-Out “.

Verfügbar: https://www.immudoc.de/publikationen/
(Zugriff am 27.07.2022)

[7]

Deutsche Gesellschaft für ME/CFS e.V.,

Verfügbar: https://www.mecfs.de/
(Zugriff am 27.07.2022)

[6]

Vgl. Deutsche Selbsthilfe Angeborene Immundefekte e.V.: „Immundefekte erkennen und behandeln“. Stand: 2019.

Verfügbar: www.dsai.de/publikationen/broschueren-und-flyer/
(Zugriff am 13.05.2022).

[5]

Murphy, Travers, Walport „Janeway Immunologie“, 7. Auflage 2009, Spektrum Verlag Heidelberg

[3]

Deutsche Selbsthilfe Angeborene Immundefekte e.V.: „Diagnose: angeborener Immundefekt“ – Ein Leitfaden für Ärzte zur Erstdiagnostik. Stand: 2015.

Verfügbar: www.dsai.de/publikationen/broschueren-und-flyer/ 
(Zugriff am 13.05.2022).

[2]

Vgl. Octapharma GmbH: Sekundäre Immundefekte und ihre Therapie im Überblick. Stand: 2022.
Verfügbar: www.immundefekte.info/immundefekt/aktuelles/meldungen/Sekundaere-Immundefekte-und-ihre-Therapie-im-Ueberblick.php
(Zugriff am 24.06.2022).

[1]

API und DGfI (10/2017): Leitlinie „Diagnostik auf Vorliegen eines primären Immundefekts“- Abklärung von Infektionsanfälligkeit, Immundysregulation und weiteren Symptomen von primären Immundefekten -. Langversion 10/2017. AWMF-Register-Nr. 112-001.

Verfügbar: www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/112-001.html
(Zugriff am 01.06.2022).